Depression

Depression: Was ist das?

Unser Leben ist ohne Stimmungsschwankungen überhaupt nicht vorstellbar. Glück und Trauer, Freude und Leid sind unser aller ständige Begleiter. Es gibt Tage, an denen wir uns voller Tatendrang den täglichen Aufgaben stellen, es gibt aber auch Tage, an denen wir uns schwunglos und niedergeschlagen fühlen. Solche Stimmungswechsel können mit der Jahreszeit, hormonellen Schwankungen, realen oder vermeintlichen persönlichen und/oder privaten Problemen zusammenhängen.
Diese uns allen vertrauten Wechsel stellen keine Krankheit dar und sind somit nicht behandlungsbedürftig. In der Regel bewegen sich unsere Stimmungen in einer mittleren Bandbreite, zwischen den Polen "Traurigkeit" und "Euphorie". Dass es zu Schwankungen kommt, ist völlig normal und bietet uns die Möglichkeit, uns auch emotional auf unterschiedlichste Situationen einzustellen. Für den nachfolgenden Text ist es wichtig zu wissen, dass unsere Gefühle an bestimmte Strukturen im Gehirn gekoppelt sind. Unser Gehirn steuert nicht nur unsere Bewegungen und Organfunktionen, sondern es steuert auch unsere Gefühle. Bestimmte Bereiche des Gehirns haben spezielle Aufgaben. Einer dieser Bereiche ist verantwortlich für die Regulation unserer Stimmungen. Man konnte nachweisen, dass bei depressiv erkrankten Menschen genau in diesem Gehirnbereich ein Mangel an körpereigenen Substanzen besteht, die man Botenstoffe nennt ("Transmitter").

Lässt sich kein Zusammenhang herstellen zwischen der Lebensrealität und Intensität/Dauer einer gravierenden Stimmungsverschlechterung, kann man bei genauerem Hinsehen oftmals von einer Depression sprechen. Depressive Menschen sind über einen längeren Zeitraum ungewöhnlich niedergeschlagen und erschöpft. Sie haben die Fähigkeit verloren, Freude zu empfinden, oftmals leiden sie unter Schlafstörungen, die Gedanken kreisen um angebliche Mängel und Fehler und nicht selten einem Gefühl von tiefer Wertlosigkeit. Depressionen sind häufiger als viele es für möglich halten. Grob gerechnet kann man davon ausgehen, dass etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung irgendwann im Leben an einer Depression erkrankt, die so ausgeprägt ist, dass sie ärztlich behandelt werden muss. Depressionen sind somit die häufigsten psychiatrischen Erkrankungen, doppelt so viele Frauen erkranken daran wie Männer.

 

Formen der Depressionen

In der Umgangssprache haben sich Begriffe eingebürgert, mit denen versucht wird, unterschiedlichste Ausprägungen von Depressionen in Worte zu fassen. Es wird dabei vereinfachend in endogene, organische und psychisch bedingte, sprich reaktive und neurotische Depressionen unterschieden. Ohne Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit sollen im weiteren Verlauf einige Begriffe etwas näher erläutert werden.

Lachen und Genießen erscheint depressiven Menschen zunehmend unmöglich. Dies wirkt sich natürlich auch auf die Sexualität aus. Schaut man auf die soeben aufgezählten Kennzeichen und die deutlich erhöhte Selbstmordgefahr bei depressiven Menschen wird klar, dass eine professionelle Betreuung und Behandlung so schnell wie möglich erfolgen muss! Neben der besonders häufigen gehemmten Depression gibt es auch endogene Depressionen mit erheblicher Unruhe und innerer Anspannung. Diese Depressiven zeichnen sich durch besondere Gereiztheit und missmutige Grundstimmung aus, deshalb bezeichnet man diese Variante auch als so genannte "Jammer-Depression" (agitierte Depression). Besonders schwierig zu diagnostizieren ist die sog. maskierte oder lavierte Depression, da hierbei die üblichen depressiven Störungen nicht im Vordergrund stehen. Stattdessen werden diese durch körperliche Beschwerden verdeckt, wie zum Beispiel Beklemmungsgefühle und Atemnot. All die genannten Varianten haben Gemeinsamkeiten: sie treten in der Regel erst im mittleren Lebensabschnitt auf und haben häufig die Tendenz, in Phasen wiederzukommen. Um dieses Wiederkehren zu vermeiden, ist eine ausreichende und ausreichend lange Behandlung erforderlich. Besondere Aufmerksamkeit sollten auch weniger auffallende Formen wie zum Beispiel die andauernde Verstimmung erhalten (Dysthymie).

 

Einteilung der Depressionen

Ob eine Einteilung der Depressionen überhaupt sinnvoll ist, wird immer wieder diskutiert. Jeder Interessierte stößt aber auf entsprechende Fachbegriffe. Die Übergänge sind oftmals fließend, es lassen sich keine scharfen Grenzen zwischen ihnen ziehen. Die nachfolgenden Begriffe sind Beispiele und diese sind nicht in allen Fällen umfassend, um den Überblick nicht zu verwischen.

1a. Endogene Depressionen (Depressionen von Innen heraus)
Depressive Episoden
Manische Episoden
Wiederkehrende Episoden

1b. Weitere Formen der endogenen Depression
Zyklothymie
Dysthymie

2. Somatoforme Depressionen [körperlich (organisch) begründete Depressionen]
Organische Depression
Pharmakogene Depression
Symptomatische Depression

3. Psychogene Depressionen (psychisch begründete Depressionen)
Reaktive Depression
Neurotische Depression
Erschöpfungsdepression

4. Depressionen besonderer Lebenslagen (Krankmachende Ereignisse)
Winterdepression
Wochenbett-Depression
Depression im Klimakterium
Altersdepression

 

Endogene Depressionen

"Endogen" ist ein Begriff aus der psychiatrischen Fachsprache. Seelische Erkrankungen, denen man das Wort "endogen" voranstellt, lassen sich keinen eindeutigen organischen Ursachen (z.B. Hirntumor) oder dramatischen Lebensereignissen (z.B. Tod des Partners) zuordnen. Somit wird vermutet, dass die Ursache für die seelische Erkrankung irgendwo im Inneren des Menschen zu finden ist; genau dies bedeutet endogen: aus sich selbst heraus. Die Wahrscheinlichkeit, eine solche Depression zu bekommen, liegt bei ca. 10%, wenn in der nächsten Familie bereits eine solche Depression aufgetreten ist. Das generelle Risiko liegt dagegen nur bei 1%.

Zu den endogenen Depressionen zählt man u.a. die häufigen gehemmten Formen, bei denen sich Betroffene zunehmend zurückziehen, aber auch extreme Stimmungszustände (Manie), bei denen Betroffene überschießenden Aktionismus an den Tag legen, meist einhergehend mit Phasen längerer Schlaflosigkeit. Diese fasst man auch als sog. Affekt-Psychosen zusammen. Der Begriff "Psychose" stellt eine Brücke dar zu anderen, ebenfalls als endogen beschriebenen psychischen Erkrankungen, den schizophrenen Psychosen. Psychose als Oberbegriff beschreibt dabei eine massive Störung von Denken, Antrieb und Wahrnehmung, so dass die Verhaltensweisen der Erkrankten den Gesunden als schwer nachvollziehbar und unangemessen erscheinen. Auch Depressive können im Extremfall quälende Wahnvorstellungen entwickeln, die sich zum Beispiel um die Themen Versündigung, Verarmung, Identitätsverlust drehen können.

Ein Beispiel: Die (gehemmt-)endogene Depression

Eine sehr häufige Depressionsform ist die gehemmt-endogene Depression. Deren wesentliche Kennzeichen sind:

  • Unklare Auslöser
  • Schlafstörungen (Einschlafen, Durchschlafen, Früherwachen)
  • Morgentief (im Tagesverlauf wird die Stimmung etwas besser)
  • Gefühl der Gefühllosigkeit (Unfähigkeit, traurig zu sein)
  • Grübelzwang (ständig kreisende negative Gedanken)
  • Minimale Lebensfreude, stark eingeschränktes Selbstwertgefühl
  • Körperliche Beschwerden (Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme)
  • Die Symptome halten über mehr als zwei Wochen an

 

Weitere Formen der endogenen Depression


Stimmungsschwankungen - was ist "krank" daran?

Treten die extremen Stimmungsausschläge zwischen depressiv und manisch wechselhaft oder zyklisch auf, so spricht man von einer Zyklothymie. Hierbei kommt es - nicht selten in schneller Folge - zu einem Wechsel zwischen depressiver Niedergeschlagenheit und einer Phase auffallend unruhigen, getriebenen und angespannten Verhaltens, das man als Manie bezeichnet. Menschen mit einer Manie sind in einer solchen Phase oftmals hyperaktiv, schlafen kaum, ohne ein Gefühl der Müdigkeit zu spüren. Häufig entstehen durch unangemessene Einkäufe (z.B. ein Piano, ohne Klavierspielen zu können) erhebliche finanzielle Probleme (auch für die Familie!) und die Betroffenen sind nicht selten von dem festen Gedanken überzeugt, etwas ganz Besonderes zu sein, was sich bis zum Größenwahn steigern kann. Solche Phasen können einmalig auftreten, es kann aber auch zu häufigen Wechseln kommen. Mit entsprechenden Medikamenten ist hier zum Glück sehr gut Hilfe möglich.

 

Dysthymie - Deprimiertheit und kein Ende?

Eine Besonderheit stellt die so genannte Dysthymie dar. Genau übersetzt hieße es dauerhafte Missstimmung, und genauso wird es beschrieben. Betroffene benennen ein über lange Zeit anhaltendes Gefühl des Deprimiertseins, das nicht zur Gänze die oben beschriebenen Kriterien der Depression erfüllt.
Die Stimmungsverschlechterung ist unterschwellig, aber ein langfristiger Begleiter, an den sich manche Menschen schon so gewöhnt haben, dass nur genaues Nachfragen eine solche Krankheit - denn darum handelt es sich - hervor bringt. Statt einer möglichen ärztlichen Hilfe kommt es leider immer noch zu oft zu Selbstvorwürfen, Charakterfehler zu besitzen oder sich einfach nur zu sehr hängen zu lassen.

 

Körperlich (organisch) begründete Depressionen

Diese Depressionsform hat einen klaren Bezug zu körperlichen Ursachen. Ein Beispiel hierfür ist die Parkinson-Krankheit. Bei dieser Erkrankung kommt es vor allem zu Veränderungen in den Gehirn-Bereichen, die Bewegungen koordinieren und steuern. Diese Veränderungsprozesse greifen mit zunehmender Krankheitsdauer auch auf die Regulation der Stimmung über, es gibt somit einen klaren organischen Auslöser für eine solche Depression. In ähnlicher Weise können etwa Eingriffe in den Hormon-Stoffwechsel organische Depressionen hervorrufen. Die bekannteste Form ist die organische Depression bei Frauen in den Wechseljahren (klimakterische Depression). Oftmals lassen sich solche organischen Depressionen durch das Verabreichen der nicht mehr in ausreichender Menge vom Körper selbst produzierten Hormone mildern.

 

Psychisch begründete Depressionen
Reaktive Depressionen

Belastende Lebenssituation und vor allem Stress - egal ob privater oder beruflicher Natur - können Ursache dafür sein, dass die Konzentration von Stress-Hormonen ein ungesundes Ausmaß im Körper annimmt. Ist diese Konzentration über einen längeren Zeitraum deutlich zu hoch, so kann dies die Strukturen im Gehirn beeinträchtigen, die in ihrer Bedeutung für die Regulation der Emotionen bereits mehrfach erwähnt wurden. Die nachfolgend einsetzende Depression wird als reaktiv bezeichnet, da es eine klare Verbindung zwischen auslösendem Faktor und depressiver Folgereaktion gibt. Schwierige Lebensumstände führen bei den meisten Menschen zu einer vorübergehenden Stimmungsverschlechterung. Der Verlust eines Partners, Arbeitslosigkeit oder Schulden sind mit traurigen Gefühlen verbunden. Diese Gefühle sind noch kein behandlungsbedürftiger Krankheitsbefund. Kommt es aber zum Beispiel infolge des Todes eines Partners nach einer angemessenen Trauerzeit nicht zu einer Stabilisierung, die wieder ein gewisses Maß an Normalität ermöglicht, so kann sich ein klares depressives Zustandsbild ergeben, dass eine entsprechende Behandlung erforderlich macht.
Von besonderer Bedeutung sind Menschen, die einmalig oder mehrfach Opfer von Gewalt oder Katastrophen geworden sind. Auch bei diesen gibt es klare Verbindungen von Ursache und Wirkung, die bei unzureichender Versorgung auch in depressiven Krankheitsbildern münden können. Man könnte somit vereinfacht von einer Sonderform von reaktiven Depressionen sprechen.

 

Neurotische Depressionen

Neurosen sind seelisch bedingte Störungen, die die Verhaltensweisen der Betroffenen deutlich beeinträchtigen. Neurotiker sind sich ihrer Krankheit bewusst, was sie von den klassischen Psychotikern unterscheidet. Neben Angst- und Panikstörungen sowie Zwangserkrankungen gehören vor allen die neurotischen Depressionen zu den Neurosen. Die Ursachen für Neurosen sind den Betroffenen oftmals nachvollziehbar, manchmal bleiben die Auslöser aber auch unbewusst. Nicht selten lassen sich die Ursachen der neurotischen Depressionen bis in die Kindheit zurückverfolgen, es finden sich Verhaltensweisen, die früher einmal sinnvoll gewesen sein mögen, jetzt aber im Erwachsenenalter unsinnig sind. Zur Behandlung von neurotischen Depressionen bietet sich neben medikamentöser Unterstützung vor allem ambulante oder im Ausnahmefall auch stationäre Psychotherapie an. Als beispielhafte Kennzeichen gelten:

  • Die Auslöser liegen vor dem Ausbruch der Erkrankung (Tod, Trennung, Verlust)
  • Ausgeprägtes Pflichtgefühl gegenüber Dritten
  • Geliebt-sein-wollen um nahezu jeden Preis
  • Neben Ein- und Durchschlafstörungen auch Flucht in den Schlaf
  • Auffüllen der inneren Leere durch übermäßiges Essen
  • Häufiges Weinen anstatt des Gefühls der Gefühllosigkeit (siehe oben)
  • Hauptsymptome wie unter "Einteilung der Depressionen"

 

Depressionen, Transmitter, Stoffwechsel: Was passiert eigentlich im Gehirn?

Wie schon erwähnt haben partnerschaftliche, familiäre und berufliche Probleme und die damit verbundenen Stressreaktionen eine große Bedeutung für die Entstehung von Depressionen. Stress stellt eine große Belastung für Körper und Seele dar, die so groß werden kann, dass selbst der Stoffwechsel des Gehirns darunter leidet. Sehr stark vereinfacht kann man sagen, dass lang andauernder Stress und fortgesetzt unbefriedigender Alltag die Funktion und Biochemie von körpereigenen Drüsen durcheinander wirbelt. Besonders deutlich wird dies an der gesteigerten Ausschüttung von sog. Stress-Hormonen (z.B. Adrenalin). Diese bewirken, dass ein vor der Depression noch ausgeglichener Spiegel von körpereigenen Botenstoffen (Transmitter) absinkt. Für die Regulation der Emotionen ist aber eine ausreichende Menge dieser Substanzen unbedingt erforderlich. Von besonderer Bedeutung sind die Transmitter Serotonin und Noradrenalin. Man konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen zweifelsfrei nachweisen, dass Menschen mit Depressionen nahezu regelmäßig erniedrigte Spiegel zumindest eines dieser Transmitter aufweisen. Jede der dargestellten Depressionsformen zeigt Besonderheiten: Bei endogenen Depressionen finden sich u.a. vererbte Faktoren, die die Produktion von Transmittern erschweren. Bei reaktiven Depressionen sind es vor allem belastende Lebensereignisse und bei neurotischen Depressionen am ehesten Persönlichkeitsprobleme, die dazu beitragen, dass sich die körpereigenen Transmitterspeicher schneller leeren, als dies bei nicht depressiv gefährdeten Menschen der Fall ist. Verstärkt wird diese Problematik dadurch, dass nicht nur die Speicher schneller geleert werden, sondern auch deren Wiederauffüllen gestört ist. Medikamente, die als Antidepressiva vom Arzt verordnet werden, können helfen, den Mangel an körpereigenen Transmitter-Substanzen von außen positiv zu beeinflussen. Um das richtige Medikament finden zu können, müssen die hier bislang genannten Faktoren vom Arzt sehr genau untersucht werden. Da die Betroffenen selbst oftmals keinen Zugang zu ihrer Erkrankung haben, sind Informationen der nächsten Angehörigen von großer Bedeutung.
Um organische Ursachen (z.B. Durchblutungsstörungen, Krebserkrankungen, Parkinson-Erkrankung) ausschließen zu können, sind manchmal umfangreiche Untersuchungen notwendig.
Man kann mit Medikamenten einen Mangel an Transmittern beeinflussen, ganz besonders wichtig ist aber, dass die Ursachen in der Persönlichkeit, der Lebensgeschichte und der aktuellen Lebenssituation herausgefunden, bearbeitet und behoben werden. Nur so ist es möglich, die Krankheitssymptome nicht nur zu mildern, sondern auch ein erneutes Erkranken einzugrenzen oder gar ganz zu vermeiden. Unzureichende Behandlung von Depressionen führt oftmals dazu, dass die Erkrankung wiederkehrt.

 

Depression - und nun?

Für die Behandlung von Depressionen stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Oftmals bedarf es einer Kombination von Psychotherapie und speziell auf die depressiven Symptome abgestimmten Medikamenten. Gerade zu Beginn von schweren Depressionen kann es notwendig sein, eine bestimmte Zeit in einem speziell darauf eingestellten Fachkrankenhaus behandelt zu werden. Depressionen zu haben, eine stationäre Behandlung zu benötigen bedeutet nicht, nun vollkommen den Verstand zu verlieren. Depressionen sind sehr häufige Erkrankungen, die sich mit den verschiedenen Methoden sehr gut behandeln lassen. Eine stationäre Behandlung ist vor allem dann erforderlich, wenn der Betroffene auf Grund der Erkrankung jeglichen Antrieb und jeglichen Lebenssinn verloren hat. Es ist eine international anerkannte Gewissheit, dass vor allem depressiv erkrankte Menschen ein hohes Risiko haben, sich im Verlauf ihrer Depressionen umzubringen. Dies ist kein Zeichen von Wahnsinn, sondern von krankheitsbedingter Ausweglosigkeit, die besonders qualifizierter Behandlung bedarf! Alle an der Behandlung Beteiligten haben ein großes Interesse, dass die stationäre Behandlung so kurz wie irgend möglich ist. In den meisten Fällen reicht der vertrauensvolle Kontakt zu einem erfahrenen Hausarzt oder Psychiater, die auch die Qualifikation und Erlaubnis haben, Medikamente zu verordnen. Die Psychotherapie wird häufig von entsprechend geschulten Psychologen in deren Praxis durchgeführt. Je nach Schwere der Depressionen dauert die medikamentöse Behandlung sechs bis 12 Monate. Wenn Psychotherapie nötig ist, so läuft diese parallel und dauert 20 bis 50 Therapiestunden, die zumeist einmal in der Woche absolviert werden.

 

Psychotherapie hilft!

Psychotherapien werden in Deutschland in der Regel von Psychologen oder Ärzten mit einer entsprechenden Zusatzausbildung durchgeführt. Psychologische Psychotherapeuten haben zunächst Psychologie studiert, die meisten belegen während des Hauptstudiums den Schwerpunkt Klinische Psychologie. Nach dem Studium erfolgt eine mehrjährige Zusatzausbildung zum Psychotherapeuten. Anschließend erfolgt die staatliche Bestellung zur Ausübung der Heilkunde (Approbation).
Ärzte erwerben nach Abschluss ihres Medizinstudiums ihre Approbation als Arzt, daran anschließend in der Regel einen beliebigen Facharzttitel und dazu die berufsbegleitenden Zusatzqualifikationen "Psychotherapie" und/oder "Psychoanalyse", oder sie bilden sich zum Facharzt für Psychotherapeutische Medizin weiter.
Seit 1999 gilt in Deutschland das Psychotherapeutengesetz, welches die Berufsbezeichnung "Psychotherapeut" erstmals gesetzlich schützt. Nach dieser Vorgabe können Ärzte, Psychologen und Diplom- und Sozialpädagogen eine staatlich anerkannte Ausbildung absolvieren, welche die Voraussetzungen für die Kassenzulassung darstellt. Seit dem Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes haben die Patienten die Gewissheit, dass sich nur noch qualifizierte Ärzte und Psychologen als Psychotherapeuten in einer eigenen Praxis niederlassen können. Die Übernahme der Therapiekosten sollte unbedingt vor Beginn der Psychotherapie mit der zuständigen Krankenkasse abgeklärt sein.

Zugelassene, d.h. mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechenbare Therapieverfahren sind in Deutschland:

  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Psychoanalyse
  • Privatkassen erstatten darüber hinaus z.T. auch andere Verfahren.

 

Antidepressiva: Medikamentöse Begleitbehandlung

Ohne Medikation geht es oftmals leider nicht. Antidepressiva sind bei fachgerechter Verwendung sichere Medikamente mit überschaubaren Nebenwirkungen und in umfassenden wissenschaftlichen Studien nachgewiesener Wirksamkeit. Antidepressiva verursachen bei ärztlicher Verordnung und Kontrolle in der Regel keine gravierenden, anhaltenden Probleme. Es sind keine Beruhigungsmittel oder Schlaftabletten, es besteht somit für Antidepressiva auch keine Abhängigkeitsgefahr. Wie jede Behandlung hat auch die Behandlung mit Medikamenten das Risiko von Nebenwirkungen. Diese können je nach Patient und Medikament sehr unterschiedlich ausfallen. Viele Patienten kommen ohne gravierende Nebenwirkungen durch die Zeit der medikamentösen Behandlung, andere müssen mehrere antidepressiv wirkende Arzneimittel unter ärztlicher Kontrolle versuchen, bis "ihr" Medikament gefunden ist. Antidepressiva sollten immer genau auf die vorherrschenden Symptome der Depression abgestimmt bzw. ausgewählt werden. Es gibt eine Fülle von unterschiedlichen antidepressiv wirksamen Medikamenten.

Hier sollen nur die wichtigsten Gruppen benannt werden:

  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), z.B. Citalopram, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin
  • (Selektive) Serotonin/Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI), z.B. Venlafaxin
  • (Selektive) Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (NRI), z.B. Reboxetin
  • Trizyklische Antidepressiva, z.B. Doxepin, Imipramin, Opipramol
  • Tetrazyklische Antidepressiva, z.B. Mirtazapin
  • Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer), z.B. Moclobemid, Tranylcypromin
  • Lithium-Salze

 

Jedes Medikament aus den verschiedenen Substanzgruppen hat ein ganz spezielles Wirkungs- und auch Nebenwirkungsspektrum. Die Verordnung - inklusive Aufklärung über Wirkungsweise und eventuell zu beachtende Begleiteffekte - gehört in die Hand eines entsprechend geschulten Arztes!

 

Kann man einer Depression vorbeugen?

Wenn Sie den Text aufmerksam gelesen haben, werden Sie erfahren haben, welche Risiken für das Auftreten einer Depression bekannt sind. Leben Sie beruflich und/oder privat in einer Art von erheblichem Dauerstress, achten Sie nicht auf Auszeiten und Pausen, vernachlässigen Sie Ihren Körper durch Bewegungsmangel und ungesunde Kost, ignorieren Sie warnende Hinweise von Innen und Außen (Kollegen, Freunde, Verwandte merken meist viel früher, wenn etwas in die falsche Richtung läuft!!), lösen Sie Konflikte mit Alkohol und Drogen, haben nahe Verwandte Depressionen akut oder in der Vergangenheit durchgemacht, verleugnen Sie, dass Sie neben einem hoffentlich gut funktionierenden Körper noch etwas mehr sind...

...Trifft all dies zu, so besteht ein hohes Risiko, früher oder später zu den 20 Prozent der Weltbevölkerung zu gehören, die im Lauf ihres Lebens mindestens einmal eine schwerwiegende Depression durchmachen müssen.

Eine Depression ist eine weltweit anerkannte, schwerwiegende, sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die unbedingt einer ärztlichen und eventuell auch therapeutischen Behandlung bedarf, und sehr gut auf solche Hilfen anspricht! Zur Hoffnungslosigkeit besteht bei der Fülle der spezifisch wirksamen Medikamente und anerkannten Therapiemöglichkeiten kein Anlass!

Wenn Sie jetzt Fragen haben, so wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Hausarzt oder Psychiater. Depressionen sind behandel- und zumeist heilbar!!

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